Fussfehlstellungen - Was versteht man darunter?
Knickfuss, Senkfuss oder Plattfuss – diese Fussfehlstellungen sind weit verbreitet und können zu Schmerzen oder längerfristigen Problemen führen. Eine Fehlstellung muss aber nicht zwingend zu Problemen führen und es gibt durchaus auch viele asymptomatische Verläufe.

Knick-Senkfuss
Diese Fehlstellung kommt häufig vor und tritt dann meistens als Kombination von Knick- und Senkfusses auf. Hier knickt die Ferse einerseits stark nach innen (Pronation). Dies ist gut ersichtlich, wenn man von hinten auf die Ferse blickt. Der Senkfuss zeigt sich zusätzlich durch die Absenkung des Längsgewölbes, welches den Fuss über die Ferse und den Vorfuss aufspannt und ihm Stabilität verleiht.
Plattfuss
Hier ist das Längsgewölbe fast gänzlich abgesenkt und das typische Gewölbe auf der Innenseite ist nicht mehr vorhanden. Dies ist die fortgeschrittene Variante des Senkfusses.
Häufige Ursachen für Knick-Senk-Plattfüsse
- Alter: Aufgepasst, bei Kindern kommen Fehlstellungen wie Knick/Senk und Plattfuss relativ häufig vor. Oftmals wachsen die Kinder mit den richtigen begleitenden Präventivmassnahmen aus den Fehlstellung raus. Mit zunehmenden Alter steigt die Prävalenz vom Knick-Senkfuss ebenfalls wieder an.
- Genetik: Plattfüsse können auch angeboren sein oder
-
Geringe körperliche Aktivität vor allem im Kindheits- und Jugendalter
- Hypermobilität: eine übermässige Dehnbarkeit der Bänder (1)
- Fehlfunktion der extrinsischen und intrinsischen Fussmuskulatur ab Geburt oder auch im späteren Lebensabschnitt (2)
Was tun wir bei ORTOPAG im Falle einer Fussfehlstellung?
Wichtig zu wissen ist, dass eine Fehlstellung nicht zwingend auch zu Schmerzen führen kann und muss. Man sollte aber der Ursache auf den Grund gehen um festzustellen, ob der Ursprung der Fussfehlstellung nicht auch an einem anderen Ort am Körper liegen könnte. Hier empfiehlt es sich eine ausführliche Gang- und Haltungsanalyse durchzuführen. Wieso den ganzen Körper analysieren, wenn das Problem doch am Fuss liegt? Eine Beinachse mit starker X- oder O-Bein Stellung, oder ein nach vorne gekipptes Becken können beispielsweise die Fussstellung ebenfalls beeinflussen.

Ausgehend von den Messdaten können wir dann eine für Sie passende Lösung empfehlen, um Ihr Problem nachhaltig zu verbessern. Folgende Module lassen sich einerseits aufbauend und stufenweise kombinieren, oder können einzeln als Schnelllösung und Reiz gezielt eingesetzt werden:
- Eine aktivierende (sensomotorische) Einlage kann die Haltung deutlich verbessern. Dabei geht es nicht darum, den Fuss passiv zu fixieren, sondern durch gezielte Reize über die Rezeptoren an den Füssen die Haltungsmuskulatur für das gesunde Gehen zu schulen.
- Gesundheitsschuhe die dem Fuss die nötige Stabilität geben in der Gangabwicklung, sowie auch die Muskulatur aktivieren und in der Bewegung stärken.
- Therapie: Durch die Muskelfunktionstestung kann man feststellen welche Muskeln die Haltung und den Gang einschränken und diese gezielt mobilisieren. Ebenso gilt es die verkürzte Muskulatur selbständig zu Hause zu dehnen.
- Training: Durch gezielte Aktivierung und Aufrichtung von Becken und Wirbelsäule, schult man seinen Körper um und bewegt sich langfristig gesünder und gelenksschonender. Ein Gang- und Haltungstraining macht sinn, da sich die Übungen einfach in den Alltag integrieren lassen und die Effekte nachhaltig sind.
Mögliche Folgen von unbehandelten Fussfehlstellungen
- Veränderung der Biomechanik und Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat (Knie, Hüfte, Rücken, Nacken)
- Beeinträchtigte Stabilität und Balance (2)
Literatur:
(1) Chen, K. C., Yeh, C. J., Tung, L. C., Yang, J. F., Yang, S. F., & Wang, C. H. (2011). Relevant factors influencing flatfoot in preschool-aged children. European journal of pediatrics, 170(7), 931-936.
(2) Ghorbani, M., Yaali, R., Sadeghi, H., & Koumantakis, G. A. (2025). The impact of flatfeet on the correlation between functional movement scores, balance, agility, and core muscle strength in young females: a cross-sectional study. Scientific Reports, 15(1), 5077.