Beckenschiefstand & Beinlängendifferenz: Ursachen, Folgen und Therapieansätze
Als Beinlängendifferenz wird in der Medizin der Längenunterschied zwischen dem linken und rechten Bein bezeichnet – gemessen von der Hüfte bis zum Fuss. Kleinere Unterschiede sind nicht behandlungsbedürftig, da die meisten Menschen geringe asymptomatische Beinlängendifferenzen aufzeigen. Erst ab einer Differenz von 7-10 mm sollte dies abgeklärt werden. Beinlängendifferenzen bei Kindern sollten beobachtet und unter Umständen behandelt werden. Oft verschwinden diese aber im Laufe des weiteren Wachstums.

Begriffsdefinition
Es kann zwischen einer anatomischen und einer funktionellen sowie einer angeborenen und erworbenen Beinlängendifferenz unterschieden werden:
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Anatomische Beinlängendifferenz: "Echte" Beinlängendifferenz. Entsteht durch unterschiedlich lange Ober- und/oder Unterschenkel. Beispielsweise durch Frakturen oder als Folgeerscheinung eines künstlichen Hüftgelenks.
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Funktionelle Beinlängendifferenz: Entsteht durch Gelenkfehlstellungen und/oder Kontrakturen von Muskeln, Bändern, Sehnen und Faszien, welche das Skelett in eine bestimmte Richtung ziehen.
Ursachen
Häufige Ursachen für Beckenschiefstand und Beinlängendifferenz sind:
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- Abgeschwächte Muskulatur der unteren Extremitäten
- Blockaden und Verspannungen der unteren Extremitäten
- Schädliche Schläge durch harte, flache Böden
- Angeborene Fehlbildungen (z.B. Klumpfuss, angeborene Hüftluxation)
- Traumatisch (z.B. als Folge nach Knochenbrüchen)
- Nach einer Hüft-TEP-OP (künstliches Hüftgelenk)
- Gelenkerkrankungen (z.B. Morbus Perthes)
Langzeitfolgen
Da die Beine die Basis unserer Statik darstellen, kann eine grosse Beinlängendifferenz Veränderungen in der gesamten Körperhaltung bzw. in der Wirbelsäule hervorrufen. Durch den Beckenschiefstand kommt es langfristig zu einer mehr oder weniger schwerwiegenden Skoliose. Der menschliche Körper hat zwar Kompensationsmöglichkeiten, dennoch sind bei zu grossen Beinlängendifferenzen meist auch schmerzhafte Veränderungen des Bewegungsapparates die Folge.
Behandlungsmöglichkeiten
Hat Ihnen ein Therapeut oder Arzt mitgeteilt, dass Sie einen Beckenschiefstand und/oder eine Beinlängendifferenz haben? Oder haben Sie Schmerzen an der Hüfte und möchten dies näher abklären lassen?
- Bei einer anatomischen Beinlängendifferenz gibt es orthopädische Schuhzurichtungen (Absatzerhöhung mit Sohlenausgleich). Durch Ihren Hausarzt bekommen Sie ein Rezept für Einlagen und können diese dann bei uns nach Mass anfertigen lassen.
- Bei eine funktionellen Beinlängendifferenz ist der erste Anhaltspunkt meistens am Becken. Wir empfehlen die Kombination aus Therapie, Training und dem richtigen Gesundheitsschuh. Anhand einer Ganganalyse analysieren wir die Ist-Situation und können dann die entsprechenden Muskelketten in der Therapie mobilisieren, im Training aktivieren und das gesamte Gangbild durch den richtigen Schuh dynamisch und gelenkschonend beeinflussen. Gerne können Sie bei uns ein Beratungstermin buchen!